Großer Soldatenara

Der große Soldatenara (Ara ambiguus, früher: ambigua) wird in Deutschland gewöhnlich als Papagei bezeichnet.

Aussehen und Größe

Er wird bis zu 80 cm groß und wiegt zwischen 1.1 und 1,6 Kg.
Er  ist überwiegend grün gefiedert, woher auch der Name Soldatenara rühren dürfte. Schließlich tragen Soldaten oftmals grüne Uniformen und die Analogie liegt nahe.
Seine Schwanzfedern sind regenbogenfarben und er hat oberhalb des Schnabels einen roten Farbtupfer.

Ernährung

Der Soldatenara ernährt sich zu 80% von den Früchten der Waldmandel (dipteryx panamensis). Außerdem wird der Stamm der älteren Waldmandeln vom Soldatenara zum Nisten verwendet.
Neben dem Soldatenara ernähren sich auch ca. 60 verschiedene Vogelarten und andere Tiere von den Früchten des Waldmandelbaumes.1
Geht die Mandelproduktion zur Neige, wird der Titorbaum (sacoglottis trichogyna) der wichtigste Nahrungslieferant für den Papagei.

Beisskraft des Schnabels

Generell ernähren sich Aras überwiegend von Nüssen mit harter Schale.
Es wurde beobachtet, dass in Gefangenschaft lebende große Soldatenaras in der Lage sind Mandeln, Paranüsse und sogar Macadamianüsse zu knacken.
Die Macadamianuss ist eine der härtesten Nüsse der Welt und es werden je nach Nuss und je nach Schnabel und Technik um die 150 Kg benötigt, um sie zu öffnen.
Das menschliche Gebiss kann eine Beisskraft von 80 Kg aufbringen. Demnach liegt dieser Wert knapp bei der Hälfte von dem des Soldatenaras. Setzt man die Beisskraft ins Verhältnis zum Körpergewicht, schneidet der Mensch noch schlechter ab.2

Ein interessantes Detail ist, dass der hellrote Ara (Ara macao) zwar kleine Waldmandeln öffnen kann, für die größeren allerdings sein Schnabel nicht genügend Beisskraft parat hat. Somit bleiben die größeren Waldmandeln allein dem Soldatenara mit seinem stärkeren Schnabel vorbehalten.3

weitere Details

Allen Aras ist gemein, dass sie auch für andere Lebewesen giftige Samen und Nüsse fressen. Um die darin enthaltenen Gifte im Körper zu puffern, fressen Aras lehmhaltige Erde. Als positiven Nebeneffekt erhalten sie dadurch jede Menge Mineralien.

Ausserhalb der Brutzeit legen die Tiere auf der Suche nach Nahrung bis zu 150 Kilometer zurück. 4
Ein Paar benötigt etwa 2000 Hektar Waldgebiet zum Überleben.

Der Soldatenara kann menschliche Laute nachahmen und ähnlich wie Menschen bei Erregung rot werden. Die Rötung ist im weißen Hautbereich um die Augen herum sichtbar.
Kurios ist zudem, dass der Vogel über eine Zunge mit Knochen verfügt.5
Übrigens wird der Soldatenara auf der IUCN Liste für bedrohte Arten unter der Stufe „gefährdet“ geführt.

Die Fotos von den Soldatenaras fallen unter Copyright von M. Stafford von www.parrotsinternational.org

Quellenangaben:
1 Aufforstung für den Panamakanal: Tiere, die Dipteryx panamensis besuchen (Seite 17)
2Kabel Eins Experiment Nussschalen
3 Beobachtungen von Rodolfo Orozco von „Santuario lapas El Manantial“ sowie eigene Beobachtugen
4 Edwin Salazar Zapata
5 Buch von Lars Lepperhoff „Aras“

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