Hilft es der Natur, wenn in der Stadt Bäume gepflanzt werden?

Zählung von Tierarten in Park im Stadtzentrum von San José zeigt überraschende Ergebnisse nur sechs Jahre nach der Pflanzung neuer Bäume

Wer San José in Costa Rica kennt, weiß, dass die Stadt nicht gerade für ihre vielen Grünflächen bekannt ist.
Ein paar konnten sich dennoch in der mit motorisiertem Verkehr überquellenden Metropole behaupten.
Der mit 72 Ha größte und schönste Park ist “La Sabana”.
Neben dem Nationalstadion beherbergt der Park einige öffentliche Sportstätten, einen See und jede Menge Bäume.
Bis vor sechs Jahren handelte es sich dabei überwiegend um eingeführte Arten – allen voran Eukalyptus.
Es kam zu einer leidenschaftlichen Debatte, ob denn diese bereits stattlichen Eukalyptus Bäume gefällt werden dürften, um stattdessen einheimische Baumarten anzupflanzen.

Südseite des Parkes „La Sabana“ in San José

2008 wurde eine erste Bestandsaufnahme der im Park ansässigen Tier- und Pflanzenarten durchgeführt. Dann wurden im Jahr 2011 die Motorsägen an die eingeführten Baumarten bzw. die beschädigten Bäume angelegt – zur gleichen Zeit begann die schrittweise Pflanzung von 5000 einheimischen Baumarten.
Das Ergebnis der aktuellen Bestandsaufnahme der Tierarten ist erstaunlich und großartig, wie ich finde.

Obwohl sich der Park in einer ansonsten lebensfeindlichen Umgebung befindet und von mehrspurigen Straßen abgegrenzt wird, kam schon kurz nach der Pflanzung eines Teiles der einheimischen Bäume zu einer Vervielfältigung der Biodiversität.
Der Botaniker und technische Projektleiter Armando Soto ist begeistert.
Er berichtet, dass während der ersten Erhebung zu Beginn des Projektes nur 13 Vogelarten im Park gesichtet wurden. Bei der letzten letzten Zählung Anfang März 2017 kam er bereits auf 41!
Dies ist ein beachtlicher Zuwachs. Zudem wurde erstmalig die gelbe Pfeifgans (Dendrocygna bicolor)  registriert – diese war bis dato nur im Palo verde Nationalpark zu sehen.

Laut Soto wurden außerdem erstmalig vier Arten von Fledermäusen im Park gesichtet, welche durch die Früchte und Blüten der neuen einheimischen Bäume angezogen wurden.

Sandbüchsenbaum (Hura Crepitans) im „La Sabana“ Park – Im Hintergrund die nun entfernten Eukalyptus Bäume

Auch wenn vielleicht andere Faktoren diesen Zuwachs an Tierarten beeinflusst haben könnten, so hat der Schwenk weg von den eingeführten Bäumen hin zu den einheimischen Baumarten sicher einen großen Anteil am Erfolg des Projektes.

Für unser Projekt, bei dem übrigens 95% unserer Kunden an jemand anderes einen Baum verschenken, sind diese Erkenntnisse erfreulich.

Ebenso wie im Park „La Sabana“ wurde auf unserem aktuellen Projektgrundstück eine exotische Baumart namens Gmelina (gmelina arbora) angepflanzt. Nachdem die Plantage abgeerntet wurde, haben wir sie übernommen und pflanzen nun einheimische Baumarten – allen voran die Waldmandel (dipteryx panamensis).
Wir haben bereits etwa 800 Bäume aus 40 Baumarten gepflanzt und auch einige bereits vorhandene Bäume als Schattenspender integriert.
Durch seine Lage in der Nähe von intakten Primärregenwaldstücken ist es für dort lebende Tierarten sehr leicht, in unseren neuen Wald zu migrieren.

Wie dem auch sei – wer sich einen Eindruck von der Flora und Fauna Costa Ricas verschaffen will und nach Ankunft in San José ein paar Stunden übrig hat, dem sei ein Besuch im „La Sabana“ Park ans Herz gelegt.

Quellen:
Una nueva Sabana (Spanisch) mit allen Details zum Bewaldungsprojekt

Tree replacement project – Tico Times (Englisch)

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